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Migration und Integration in Deutschland

Wenn wir Millionen von Menschen die doppelte Staatsbürgerschaft geben, die sie weitervererben, werden wir eine dauerhafte türkische Minderheit in Deutschland haben. Das bedeutet eine langfristige Veränderung der Identität der deutschen Gesellschaft. Ich bin dagegen.

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU), Münchner Merkur, 6.11.2013

Rheinland-Pfalz

Landesweite Einbürgerungskampagne gestartet

Mit der ersten von insgesamt drei Informationsveranstaltungen startet heute in Koblenz die landesweite Einbürgerungskampagne „Wir sagen JA zur Einbürgerung“. Sozialministerin Malu Dreyer (SPD) und die Beauftragte der Landesregierung für Migration und Integration, Maria Weber, haben die Kampagne ins Leben gerufen; unterstützt wird sie von Innenminister Karl Peter Bruch, der für das Staatsangehörigkeitswesen zuständig ist.

Ziel ist es, die Vorteile der Einbürgerung herauszustellen und die einbürgerungswilligen Ausländerinnen und Ausländer beim Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit zu unterstützen. Außerdem weist sie auf die Beratungs- und Informationsangebote in Rheinland-Pfalz hin, besonders im Hinblick auf die geänderten Voraussetzungen zur Einbürgerung.

„Die gleichberechtigte Teilhabe der Migrantinnen und Migranten in allen Bereichen des gesellschaftspolitischen Lebens ist das vorrangige Ziel der rheinland-pfälzischen Integrationspolitik. Die Kampagne eignet sich hervorragend, diesem Ziel ein gutes Stück näher zu kommen, denn wer sich einbürgern lässt und die deutsche Staatsangehörigkeit erwirbt, hat alle Möglichkeiten der politischen Teilhabe sowohl in Deutschland wie in der Europäischen Union“, sagte Ministerin Dreyer zum Auftakt der Kampagne. Die Beauftragte der Landesregierung für Migration und Integration unterstrich, dass Rheinland-Pfalz in der Vergangenheit immer wieder für die Einbürgerung geworben, regelmäßig Informationsmaterialien erstellt und bereits 1997 eine Einbürgerungskampagne durchgeführt habe.

„Die Einbürgerung stellt für Migrantinnen und Migranten in rechtlicher Hinsicht, aber besonders für ihre persönliche Lebensplanung ein bedeutendes Ereignis dar. Daher ist es besonders wichtig, Informationen nicht einfach nur zur Abfrage bereit zu halten, sondern die Menschen eindeutig einzuladen, sich mit dem Thema Einbürgerung zu befassen“, so Innenminister Karl Peter Bruch.

Die diesjährige Informationskampagne geht zurück auf eine Vereinbarung zwischen den Partnerinnen und Partnern der Integrations- und Migrationsarbeit und der Landesregierung zur Umsetzung des Integrationskonzepts des Landes. In einem ersten Schritt wurde die Informationsbroschüre „Fragen und Antworten zur Einbürgerung“ neu aufgelegt. Die Kampagne verstärkt noch einmal die Informationen über die Einbürgerungsvoraussetzungen und ermutigt zum Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit. Zentrale Elemente sind dabei Plakate, Handreichungen für Ausländerinnen und Ausländer, eine eigene Website und Veranstaltungen für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren, die Informationen zum Staatsangehörigkeitsrecht weitergeben. Einbezogen sind auch die Einbürgerungsbehörden.

Durchgeführt wird die Kampagne von der Beauftragten der Landesregierung für Migration und Integration in Zusammenarbeit mit dem Ministerium des Innern und für Sport, dem Initiativausschuss für Migrationspolitik und der Arbeitsgemeinschaft der Ausländerbeiräte Rheinland-Pfalz. Die Kommunalen Spitzenverbände unterstützen die Kampagne.

Informationsveranstaltungen finden in Koblenz, in Bad Kreuznach und in Ludwigshafen statt.

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27 Kommentare
Diskutieren Sie mit!»

  1. Ausländer sagt:

    Ohne die doppelte Staatsbürgerschaft sage ich NEIN zur Einbürgerung!!!

  2. Hans Schneter sagt:

    Bittesehr, niemand wird sie zwingen. Dann jammern Sie aber bitte nicht, wenn Sie nicht alle Rechte haben, wie die anderen. Das machen wir in der Türkei oder sonstwo auch nicht.

  3. delice sagt:

    Wenn Sie EU-Ausländer sind, also Staatsbürger eines der 27 EU-Staaten, inklusive der Deutschlands, plus die der Schweiz, wie auch eines der EFTA-Länder sind, gemäß dem § 12 Abs. 2 StAG, dann zählen Sie zu den über 500 Millionen Glücklichen, die ihre alte Staatsangehörigkeit behalten können und dabei zeitgleich die neue deutsche Staatsangehörigkeit erwerben dürfen.

    Selbst, wenn Sie aus einem streng muslimischen Staat, wie Afghnaistan, dem Iran, wie auch aus weniger und abgeschwächtere Staaten, wie Tunesien oder Marakko stammen, können Sie ebenfalls daran partiizipieren, wie eben oben auch, sogar wenn Sie von einem „Schurkenstaat“, wie Syrien herkommen, gemäß § 12 Abs. 2 StAG.

    Nur, wenn Sie aus der Türkei stammen gilt das obige nicht! Ja, dann müssen Sie sich entscheiden, entweder die türkische oder die deutsche Staatsangehörigkeit!

    Denn Sie könnten, demnach Illoyal werden, d.h. als möglicher Geheimnisträger Hochverrat, sprich Landesverrat begehen. Außerdem will man Ihnen die große Last möglicher Identitäts-Schwierigkeiten nicht antun, auch wenn dass über 1 Millarde Schwierigkeiten wohl damit nicht rechnen müssten, will man Sie, ganz fürsorglich der deutsche Gesetzgeber nun mal ist gegenüberden türkischen Staatsbürgern, dieses eigene persönliche dann entstehende Dilema bewahren!

    Es spielen hier auch keine Hinweise auf eine vergangene Waffenbrüderschaft aus dem 2 Weltkrieg, als so genannte „Achsenmacht“, bestehend aus dem Deutschen Kaiserreich, der Habsburger Monarchie und dem Bulgarisxchen Königreich.

    Auch nicht, dass die noch junge Republik Türkei sich bis fast zum letzten Augenblick dem Dritten Reich nicht den Krieg erklärte und völlig Neutral positionierte; also nie gegen Deutschland kämpfte!

    Später legte es auch kein Vetorecht gegen die noch junge BRD bei der NATO ein, damit das Deutschland nach 1949, so auch Vollmitglied der NATO werde! Man ist seit dem befreundeter strategischer Verbündeter der Allianz, man kennt also jedes noch so kleines Geheimnis in Fragen der Verteidigung des eigenen Landes! Warum aber soll man nun plötzlich Landesverräter sein?

    Man sollte doch sogar das jüngste Urteil des Bundesverfassungsurteil zur Frage der EU und dem Lisabon- Vertrag einmal genauer nachlesen. Da wiederholt und betont das oberste deutsche Gericht, dass die EU nur eine freiwillige Wirtschaftsorganisation sei und bleiben werde. Es gäbe nämlich kein europäisches Volk und kein eigenständiger Staat namens Europa, sonder nur ein Europa der Völker und selbstsändigen einzelnen nationalen Staaten, die sich zu einem losen Staatenbund vereinigt hätten. Bestimmungsgröße und Impulsgeber seien demnach die einzelnen Staaten, ihre Völker, Parlamente und Regierungen, außerdem gibt es auch einen Seitenhieb auf das Europäische Parlament, dass weder demokratisch noch rechtsstaatlich sei, weil auch nicht bestehend aus Regierung und Opposition. Es gibt also nach dieser Leseart zukünftig auch Staatsbürgerschaft der EU! Auch, wenn sich da aus dem EU-Vertrag oder dem Vertrag zu Lissabo etwas anderes niedergeschrieben sein sollte! Ergo ist die voranstellung von EU-Staatsürgern wohl auch nach dieser Leseart verfassungsrechtlich sehr bedenklich, und noch bedenklicher, wenn man gerade türkische Staatsbürger immer wieder davon gezielt, zweckdienlich und mit Anlauf und vorsätzlich davon ausnimmt!

  4. Non-EU-Alien sagt:

    Treffender Kommentar, allerdings sollten Sie nicht alles auf Türken beziehen. Von der Regelung der Hinnahme der Mehrstaatigkeit sind noch andere „europäische“ Völker bzw. Staaten ausgenommen (bspw. Kroatien, Bosnien, Serbien, Albanien, Montenegro, Russland, Mazedonien). Nur bei den Kosovoalbanern wird Mehrstaatigkeit hingenommen, weil sie sich ja aus der serbischen Staatsangehörigkeit nur schwer ausbürgern lassen können. Serbische Staatsangehörigkeit? Ich dachte, seitdem Deutschland den Kosovo als Staat anerkannt hat, dass diese Leute aus der deutschen Perspektive nun kosovarische Staatsbürger sind. Wieso dann aus Serbien ausbürgern?

    Wie auch immer, es betrifft also nicht nur Türken, obwohl es wahrscheinlich die größte Gruppe unter den oben genannten ist. Mehrstaatigkeit soll vermieden werden und die Ausnahme sein, aber kann man wirklich von einer Ausnahme sprechen wenn

    1. jede zweite Einbürgerung unter Hinnahme der Mehrstaatigkeit passiert?
    2. es eine Ungleichbehandlung in Form einer Kategorisierung von Ausländern gibt?

  5. Non-EU-Alien sagt:

    „Bittesehr, niemand wird sie zwingen. Dann jammern Sie aber bitte nicht, wenn Sie nicht alle Rechte haben, wie die anderen.“

    –> OK, nachvollziehbar, aber wieso hat ein Spanier oder ein Bulgare mehr Rechte als ein Türke oder Kroate? Wir sprechen hier ja nicht von Rechten zwischen Ausländern und Deutschen, sondern zwischen Ausländern und Ausländern…

    „Das machen wir in der Türkei oder sonstwo auch nicht.“

    –> Dafür gibt es ja auch die Beibehaltungsgenehmigung Deutschlands 😉 um diesen Missstand zu umgehen…

  6. Non-EU-Alien sagt:

    Und ich sage JA zur Gleichbehandlung von Ausländern!!!

  7. delice sagt:

    Ich bitte Sie!

    Die erwähnten Staaten befinden sich allesamt auf dem Balkan, werden alle also demnächst in die EU ohne Wenn und Aber aufgenommen werden, das ist nur eine geringfügige Frage, die nur kurzweilige Natur ist. Diese Staaten auszunehmen wäre Weltfremd. Und das trotz gegenseitiger unzähliger Gräueltaten noch in diesem Zeitalter. Die Absolution erfahren diese meist früheren Jugoslawischen Staaten durch Auslieferung ihrer „größten Verbrecher“, so als hätten diese Unmenschen selbst und persönlich angelegt. Bei den Deutschen gab es wenigstens einen Ansatz einer Ent-Nazifizierung, hier hat nichts an Aufarbeitung stattgefunden, das sei nebenher noch erwähnt!

    Wir wollen doch das wahre Ausmaß und die vordergründige Intention der ersten Reform des RuStAG hin zur neuen StAG, seit dem 01.01.2000, nicht vergessen. Diese Anstrengung geschah im Hinblick auf die unsägliche Postkarten- und Unterschriftensammlung an Ständen in deutschen Fußgängerzonen. Die Diskussion wollen wir hier nicht nochmals wiederholen, wo die Leute gezielt danach fragten, wo man hier gegen Türken unterschreiben können, und nicht einmal für den Slogan „Für eine bessere Integration und gegen die Doppelte Staatsbürgerschaft“! Und ursächlich waren es ja die plötzliche Zunahme des Begehrens der deutschen Staatsbürgerschaft von den türkischen Staatsbürgern, die aber nur durch die deutsche und türkische Politik und Medien regelrecht dazu animiert wurden, doch bitteschön den letzten Schritt hin zu einer vermeintlich besseren Integration anzunehmen. Dabei haben diese Menschen auch nach vielen Jahrzehnten des dauerhaften Aufenthalts, diese deutsche Staatsbürgerschaft weder begehrt noch angestrebt. Denn ihre Rechte sind durch viele Verträge zwischen dem Deutschen Reich, der BRD und der EWG/EG/EU soweit gestärkt, dass sie ähnlich Rechte im Aufenthalt- und Arbeitsrecht haben, weitere Rechte hatten sie auch nicht gewollt. Das Interesse auch bei Einheimischen an Wahlen teilzunehmen gibt diese Haltung ja auch wieder. Ohnehin waren sie es gewohnt sich pflegeleicht und sehr ruhig zu verhalten; und ein Pass ändert sie auch nicht mehr zu einem Deutschen. Kurzum die aller meisten dachten wirklich nie an die Annahme einer deutschen Staatsbürgerschaft.

    Mit dem Ende der Ära Kohl und der neuen Hoffnung, und dem ersten Koalitionsvertrag der SPD und den Grünen, kam ein neuer Luftzug auch über diese Gruppe. Endlich hatten Sie ein wenig das Gefühl, dass sich das auch für sie zum positiven ändern würde. Wie alles andere auch, waren die beiden Ausländerversteher-Parteien letztlich noch schlimmer, als die Vorgänger unter CDU/CSU und FDP! Alle hehren Ziele kehrten sich in ihr Gegenteil.

    Seien wir doch ehrlich, im Grunde gibt es keine Ausländerfrage sondern eine Türkenfrage. Das Staatsangehörigkeitsrecht wurde so einschneidend und hart reformiert, dass letztlich 50.000 Menschen ihre deutsche Staatsbürger über Nacht verloren. D.h. seit dem 01.01.2000 haben die 50.000 deutschen Staatsbürger, die es wagten nach dem 31.12.1999 eine türkische Staatsbürgerschaft wieder anzunehmen diese über Nacht verloren, einfach per Gesetz nach § 25 Abs. 1 StAG.

    Seit dem Jahre 2000 sahen deutsche Politiker und Ausländerbehörden darüber hinweg. Die deutsche Politik nahm einen gegebenen Anlass, eine unglücklich formulierte Verlautbarung des damaligen türkischen Innenministers, und bauschte diese künstlich empört so hoch, dass man auch fast alle deutschen Medien dafür gewinnen konnte. Wie es denn sein könne, dass türkische Staatsbürger dies tun könnten. Nun zum einen taten viele dies noch mit dem alten Recht des § 25 Abs. 1 RuStAG, also auf ganz legale Weise, und was noch schwerer wiegt, nur türkische Staatsbürger wurden behelligt sich zu outen, alle anderen wurden nicht dazu aufgefordert sich selbst schriftlich anzuzeigen bzw. zu denunzieren! Nebenbei bemerkt hätten viele Staatsbürger von ehemaligen Ost-Blockstaaten behelligt werden müssen, denn das Gesetz muss nicht nur für alle gelten, sondern auch angewendet werden! Das Recht wurde aber nur bei türkischen Staatsbürgern angewendet und sonst bei niemanden, vollständig als Gruppe bzw. Ethnie! Vor allem auch ist eine Frage nie beantwortet worden: Warum man so lange zuschaute, also fast 5 Jahre lang, bis man sich entrüstete?! Wohl bis genügend Opfer-Lämmer angehäuft wurden!

    Der deutsche Gesetzgeber führte diese radikale Änderung derart hart und trotzig ein, dass es gegen seine eigene Rechtstradition verstieß, weil es keine Härtefallklauseln und Übergangsregelungen gab, dies natürlich bewusst!

    Die Krönung des Argumentum war ja die nunmehr zur Staatsdoktrin erhobene Staatsräson der „Vermeidung der Mehrstaatigkeit“. Der Deutsche habe nur eine Staatsangehörigkeit zu haben, blöd nur dass man zeitgleich hundertausenden Auslandsdeutschen mit dem gleichen Gesetz amnestierte, die eigentlich seit dem Jahre 1913 womöglich schon seit Generationen die deutsche Staatsbürgerschaft verloren hatten, genauer wäre zu sagen die Reichsangehörigkeit, weil bis zu den Gleichschaltungsgesetzen unter Hitler-Deutschland, gar keine einheitliche deutsche Staatsangehörigkeit es gab. Denn bis zum Jahre 1934 hatte man nur die Staatsangehörigkeit des Bundesstaates des deutschen Reiches, man hatte z.B. die Bayerische Staatsbürgerschaft, und galt z.B. in Hamburg-Altona als Ausländer, wie eben auch ein Franzose. Lediglich eine bessere Niederlassungserlaubnis hatte man inne, konnte also auch als ungewollter Ausländer nach Bayern abgeschoben werden. Die Alliierten US-Amerikaner übernahmen diese einheitliche Regelung von Hitler und gaben dem Freistaat Bayern eine eigene Verfassung, also mit einem Staatsgebiet und einer eigenen Staatsgewalt, aber auch ein eigenes bayerisches Staatsvolk mit einer eigenen Staatsangehörigkeit gibt es seit dem Jahre 1949. Denn jeder deutsche Staatsbürger der im schönen Freistaat Bayern lebt erhält neben der vorhanden deutschen Staatsbürgschaft auch die bayerische dazu. Nachzulesen in der Bayerischen Verfassung. Wo doch die BRD nicht einmal eine eigene Verfassung hat, haben die Bayern dies schon seit 1949! Das sei nur nebenbei erwähnt.

    Aber zurück zum eigentlichen Thema:
    Der deutsche Gesetzgeber hatte es sogar fertiggebracht das höchste deutsche Gericht von seiner Staatsräson völlig zu begeistern, so dass dieses Gericht noch am 08. Dezember 2006 in einem Urteil diese Staatsräson blind unterschrieb, ohne einen Blick auf den § 12 Abs. 2 und 1 StAG zu wagen. Denn da hätte es selbst erkennen können, dass es regelrecht hinters Licht geführt wurde. Und genau das trat denn auch knapp 9 Monate später ein. Und dieses Dogma wurde auch für die deutschen Staatsbürger mit der Reform vom August/September 2007 aufgegeben, sie wurden von der Sippenhaft mit den türkischen Staatsbürgern befreit!

    Selbst noch in der vorerst letzten Reform im Februar 2009, blieb man dabei, explizit türkische Staatsbürger davon auszunehmen!

    Wenn dieser deutsche Staat sich nicht in ein Unrechtsstaat oder eine Bananen-Republik zu offensichtlich verwandeln will, und wir immer noch gemeinsam an einen demokratischen Rechtsstaat glauben wollen, muss sich das ändern. Ausnahmegesetze sind im Grundgesetz untersagt!

    Die deutsche Politik hat sich entschlossen türkischen Staatsbürgern das Leben in Deutschland zu einem regelrechten Verhängnis werden zu lassen. Denn die Betroffenen, werden letztlich sogar mehrfach bestraft, was nicht nur gegen das Grundgesetz verstößt sondern, auch den Menschenrechtskonventionen, für die sich die BRD immer verpflichtet hatte! Neben dem, das der § 25 Abs.1 StAG die deutsche Staatsbürgerschaft unter dem Hintern einem nicht nur genommen wurde, man hat in Verkettung gemäß § 38 Aufenthaltsgesetz, sie in ihren Rechten auf null gestellt, so dass die Betroffenen, auch ihre vormaligen Aufenthalts-und Arbeitsrechte gleich mit verloren haben. Sie werden sodann nach über 4 Jahrzehnten dauerndem Aufenthalt in Deutschland so derart rückwirkend gestellt, als kämen sie erst gestern in Deutschland erst an! Und das alles wegen eines Stichtages (den 31.12.1999 überschritten hätten), ohne dass sich diese Menschen eines Betrugs oder dergleichen Straftatbestände schuldig gemacht hätten!

    Und hier werden sie ein weiteres Mal durch eine andere Stichtagsregelung gegängelt, diesmal weil sie eine so genannte 5 Jahres Frist in § 38 Aufenthaltsgesetz und wegen dem neuen § 35 StAG nicht erreicht hätten!

    Und hier sind nun mal fast ausnahmslos nur türkische Staatsbürger einzigartig genug davon betroffen. Man muss – mit Verlaub – sich nicht noch mehr selbst soweit runterziehen und kleinschätzen, wenn man abwegige Vergleiche heraufbeschwört! Reicht es denn nicht aus, dass man diese Gruppe von Menschen nur wegen ihrer Herkunft und ihrer türkischen Staatsbürgerschaft ganz offen angeht? Wo bleibt die eigene berühmte deutsche Selbstkritik, von Scham will ich hier bewusst nicht einmal sprechen, denn die war ja eh nie da in dieser Sache!

  8. delice sagt:

    Ich gestehe, dass ich von einer SPD nichts mehr positves erwarten kann; und auch nicht mehr will.

    Wenn eine SPD so etwas veranstaltet, kann nichts Gutes daraus erwachsen! Ich denke wir sind doch wahrlich allesamt gebrannte Kinder von Seiten der SPD!

    Nur eine SPD bringt es fertig genau die Menschen an den Henker auszuhändigen, die sie eigentlich gewählt hatten! Eine SPD tritt nie für die eigenen Schichten und Wähler ein, das muss doch nun endlich auch der letzte Wähler verstanden haben! Wer eine SPD wählt, verrät sich doch im Grunde selber!

    Hier in diesem Portal hat doch Herr Müntefering, der Chefkomiker der SPD, wie es Volker Pispers treffend in einer Parodie formuliert hatte, mit der SPD selbst den offensichtlichen Beweis angetraten, wenn kurz vorher für das kommunale Wahlrecht auch für Angehörige von so genannten Drittstaaten eintrat, um einige Wochen später, dann im Bundestag gegen diese gleiche Vorlage als Gesetz zu stimmen; und das auch noch mit einer noch offensichtlicheren Unwahrheit, eines vermeintlichen Einhalten von Koaltionsvertrag!

    Nun, wir erinnern uns auch noch daran, dass Herr Müntefering es unfair befand, Politiker an ihre Wahlversprechen zu messen! Nun die Wirklichkeitswahrnehmung der gesamten SPD ist so unscharf, dass sie eine Spucke als einen Regenfall einordnen!

  9. Boli sagt:

    @delice
    Es spielen hier auch keine Hinweise auf eine vergangene Waffenbrüderschaft aus dem 2 Weltkrieg, als so genannte “Achsenmacht”, bestehend aus dem Deutschen Kaiserreich, der Habsburger Monarchie und dem Bulgarisxchen Königreich.

    Was Sie angesprochen haben bezieht sich auf den 1. Weltkrieg. Im 2. Weltkrieg haben die Nazis versucht mit Hilfe von türkischen Ultranationalisten die Türkei in den Krieg mit rein zu ziehen. Die Alliierten haben dies aber verhindert. Als Achsenmächte wurden im 2. Weltkrieg in der Hauptsache Deutschland, Italien und Japan bezeichnet.
    ————————
    Die Türken stellen den größten Anteil der Migranten in Deutschland (ca. 3.5 Millionen). Ich könnte mir vorstellen, wenn es 35000 oder vielleicht noch 350000 wären würde es wohl anders aussehen mit der doppelten Staatsangehörigkeit. Da bin ich ziemlich sicher.

    –> OK, nachvollziehbar, aber wieso hat ein Spanier oder ein Bulgare mehr Rechte als ein Türke oder Kroate? Wir sprechen hier ja nicht von Rechten zwischen Ausländern und Deutschen, sondern zwischen Ausländern und Ausländern…

    @Non EU Alien

    In Ihrer Namensgebung steckt schon die Antwort. Spanier, Bulgare = EU,
    Türke, Kroate = Non EU

  10. ibo sagt:

    Bericht oben:
    ——————
    „Die Einbürgerung stellt für Migrantinnen und Migranten in rechtlicher Hinsicht, aber besonders für ihre persönliche Lebensplanung ein bedeutendes Ereignis dar. Daher ist es besonders wichtig, Informationen nicht einfach nur zur Abfrage bereit zu halten, sondern die Menschen eindeutig einzuladen, sich mit dem Thema Einbürgerung zu befassen“, so Innenminister Karl Peter Bruch.
    ———————————————————————————————————————————————————–

    Die rechtliche Hinsicht bzw. Gleichstellung sollte doch auch ohne eine dt. Staatsbürgerschaft möglich sein?
    Und wie bzw. warum bitte soll es für die persönliche Lebensplanung eine Rolle spielen?

    Ich gebe aber meine Arbeitskraft und Steuern. Dafür muss ich noch „infantile“ Nachrichten, Behauptungen und und und dulden.

    Nein, danke. Egal welchen Stress, Wartezeiten und zusätzlichen Papierkram….ich mir aufbürge…meinen türk. Pass behalte ich.

    Die unbefristete Aufenthaltsgenehmigung gewährt mir innerhalb der EU überall als Tourist zu reisen, genauso wie ein Deutscher, was soll ich also davon haben. Alles wieder mal nur blabla…


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