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Türkische Presse Europa

02.07.2009 – Anerkennungsverfahren, Islamunterricht, Jugendamt

Die Europaausgaben türkischer Tageszeitungen berichten heute über die Anerkennung ausländischer Qualifikationen, über das geplante Islamunterricht in Nordrhein-Westfalen, über ein Skandal im Jugendamt oder wie Angela Merkels sich ihr Döner selbst zubereitet hat.

„Anerkennung der Qualifikationen wurde auf die Zeit nach den Wahlen verschoben“,
Unter diesem Titel berichtet die SABAH über die Anerkennung ausländischer Qualifikationen. Am Rande einer OECD Konferenz in Paris zur Situation von Zuwanderern auf dem Arbeitsmarkt habe sich Maria Böhmer für die Anerkennung ausländischer Qualifikationen stark gemacht. Die Problematik müsse schnellstmöglich zu Beginn der nächsten Wahlperiode angegangen werden.

Die HÜRRIYET hingegen verkündet die jüngsten Meldungen diesbezüglich unter dem Titel: „Gute Nachrichten für Türken, die aus der Türkei kommen“. HÜRRIYET fokussiert sich vielmehr auf die Äußerungen des Bundesarbeitsministers Olaf Scholz (SPD), der sich entschlossen gezeigt habe. Laut ATIAD-Vorsitzenden Prof. Recep Keskin könne davon ausgegangen werden, dass Deutschland die Problematik innerhalb der nächsten sechs Monate löst.

Erste Schritte zum Islamunterricht
HÜRRIYET: NRW wird als erstes Bundesland ab nächstem Jahr einen islamischen Religionsunterricht als reguläres Schulfach einführen. Der Islamunterricht wird in deutscher Sprache stattfinden und von Lehrern unter deutscher Schulaufsicht angeboten. Integrationsminister Armin Laschet will dadurch die als Schulversuch eingeführte Islamkunde im Rahmen des muttersprachlichen Unterrichts ablösen. Dafür sei aber noch ein Kompromiss mit den islamischen Organisationen nötig. Deswegen wird mit den islamischen Verbänden in den nächsten Tagen ein Meinungsaustausch stattfinden. (SABAH & HÜRRIYET)

Kölns Oberbürgermeisterkandidat zu Besuch bei der DITIB
Kölns Oberbürgermeisterkandidat Jürgen Roters (SPD) hat einer Meldung in der SABAH zufolge die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion (DITIB) besucht und versichert, dass man ein sehr gutes Dialog führen werde.

Integration kann man nicht in der Waagschale messen
Der türkische Generalkonsul in Nürnberg, Selim Kartal, habe SABAH gegenüber gesagt, dass Integration nicht mit einer Waagschale gemessen werden könne. Damit habe er auf die Integrationsstudien angespielt und hinzugefügt, dass die Indikatoren zur Messung der Integration streitig seien, ob sie auf soliden Daten beruhen. Das wichtigste Kriterium für die Integration sei seiner Ansicht nach die Zahl der türkischstämmigen in den Justizvollzugsanstalten. Außerdem, so laut Kartal, würden Türken in keinem Land der Erde Probleme bereiten

Ermittlungsverfahren gegen die Türkische Gemeinde in Berlin
Einer Meldung in der HÜRRIYET zufolge habe die Berliner Staatsanwaltschaft Ermittlungen u.a. wegen Veruntreuung gegen die Türkische Gemeinde in Berlin (TGB) eingeleitet. Der frühere Vorsitzende Taciddin Yatkin, bestreite die Vorwürfe. Es gehe um eine Summe in Höhe von 117.500 Euro.

Merkel am Dönerstand
HÜRRIYET berichtet über Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), die Döner geschnitten und erneut unter Beweis gestellt habe, wie sehr sie Döner liebt. Auf einer Veranstaltung habe sie das Messer genommen und sich ihr Döner selbst geschnitten. HÜRRIYET mach zudem darauf aufmerksam, dass Merkel ihr Döner ohne Soße esse.

Skandal im Jugendamt
Skandale nehmen laut ZAMAN im Jugendamt kein Ende. Nun seien Drohungen und unerlaubte Abtreibung bekannt geworden. Der Familie Özcan sei die 16jährige Tochter entzogen worden. Die ältere Schwester der 16jährigen (Jura Studentin) habe Klage erhoben, um sie wieder zurückzuholen. Nun werde sie vom Jugendamt damit bedroht. Eine Mitarbeiterin im Jugendamt habe ihr gegenüber gesagt, dass sie deren weitere Bildung verhindern werde, wenn sie die Klage nicht zurückziehen. Das Jugendamt hingegen äußere sich nicht zu den Vorwürfen und verhindere den Kontakt mit der Familie. Vor Gericht habe das Jugendamt sich widersprechende Argumente vorgetragen und unter anderem, dass die 16jährige „verzogen“ erzogen worden sei. Anfangs habe das Jugendamt noch behauptet, dass die 16jährige in Todesangst lebe wegen der strengen Erziehung.