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Migration und Integration in Deutschland

Das Beitragsaufkommen [in den Rentenversicherungen beträgt] auf Grund der Beschäftigung der ausländischen Arbeitnehmer jährlich rd. 1,2 Milliarden DM, während sich die Rentenzahlungen an ausländische Arbeitnehmer jährlich auf rd. 127 Millionen DM, also etwa ein Zehntel, belaufen.

Ludwig Kattenstroth, Staatssekretär im Arbeitsministerium, März 1966, Bundesvereinigung der Dt. Arbeitgeberverbände

Studie

Deutschland eines der beliebtesten Gastländer für ausländische Studierende

Die Zahl ausländischer Studierender in Deutschland blieb im Jahr 2008 mit 233.606 auf hohem Niveau in etwa stabil. Nach den USA und Großbritannien ist Deutschland weiterhin eines der beliebtesten Gastländer für ausländische Studierende. Dies sind Ergebnisse einer aktuellen Studie.

Dies sind Ergebnisse der aktuellen Ausgabe der Studie „Wissenschaft weltoffen„, die der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) in Zusammenarbeit mit der HIS Hochschul-Informations-System GmbH alljährlich zur Internationalisierung des Studiums an deutschen Hochschulen veröffentlicht.

Die Publikation enthält detaillierte Darstellungen zu ausländischen Studienanfängerinnen und -anfängern, Studierenden und Absolventen, zur Mobilität der deutschen Studierenden und der anderer Länder, zur Internationalität des Lehr- und Forschungspersonals an deutschen Hochschulen sowie zum Wissenschaftleraustausch, der durch deutsche Organisationen gefördert wurde.

Von den 233.606 ausländischen Studierenden in Deutschland waren rund 178.000 so genannte Bildungsausländer, die im Unterschied zu den rund 56.000 Bildungsinländern ihre Studienberechtigung im Ausland erworben haben. Im Vergleich zu den Vorjahren hat sich sowohl die Zahl der Bildungsausländer als auch der Bildungsinländer etwas verringert. Da sich aber bei den Studienanfängern kein weiterer Rückgang abzeichnet, kann davon ausgegangen werden, dass die insgesamt hohe Zahl ausländischer Studierender erhalten bleibt. Dies bestätigen auch vorläufige Zahlen des Statistischen Bundesamtes für 2009. Jeder Achte der insgesamt 1,94 Millionen Studierenden, die 2008 an einer deutschen Hochschule eingeschrieben waren, war Ausländer. Damit zählt Deutschland neben Australien und Großbritannien zu den Staaten mit dem höchsten Anteil an ausländischen Studierenden.

Diese kommen vor allem aus europäischen und ostasiatischen Ländern. Das wichtigste Herkunftsland ist China, das allein zehn Prozent aller ausländischen Studierenden stellt, gefolgt von Polen, Bulgarien und Russland.

Immer mehr Deutsche gehen zum Studium ins Ausland. 2006 waren 83.000 deutsche Studierende an einer ausländischen Hochschule eingeschrieben – das sind sieben Prozent mehr als 2005. Besonders beliebt sind die Niederlande, Großbritannien, Österreich und die Schweiz. Die Internationalisierung von Studium und Forschung schließt auch das Lehr- und Forschungspersonal mit ein. Etwa jeder zehnte Mitarbeiter, der wissenschaftlich oder künstlerisch an den deutschen Hochschulen tätig ist, kommt aus dem Ausland. Der höchste Anteil ist dabei in den mathematisch-naturwissenschaftlichen Fachrichtungen zu verzeichnen.

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3 Kommentare
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  1. Non-EU-Alien sagt:

    Und was passiert, wenn man diese jungen Leute alle ausgebildet hat?

    Man versucht dann diese schlauen Köpfe wieder loszuwerden… aber in den Zeitungen liest man immer, dass das Land Hochqualifizierte braucht, etc. Irgendwas läuft falsch, denn auch die Ausbildung dieser Menschen ist auch eine Kostenfrage und nicht mehr nur die Imagefrage von vor ein paar Jahrzehnten (in D ausgebildet, guter Ruf für D…)…

  2. G.Keldermann sagt:

    @ non-eu-alien

    Da verstehen Sie den Sinn des Studiums von Ausländern in Deutschland völlig falsch.Sicher, wir brauchen hier gut ausgebildete Fachkräfte. Aber SINN dieses Möglichkeit des Studiums hier ( und die deutsche Politik)ist, das diese jungen Fachkräfte dann zurück in ihre teiweise noch im Entwicklungsstadium befindliche Heimatländer gehen, um dort Wirtschaft und Gesellschaft mit aufbauen.

  3. Non-EU-Alien sagt:

    Genau das meinte ich mit Imagefrage! Sinn ist es, dass die wieder zurückgehen und in ihren Heimatländern sehr hoch angesehen und gelobt werden, weil sie in Deutschland ein Studium oder sogar die Promotion abgeschlossen haben. Dadurch wird das Image Deutschlands auch erhöht im Ausland, wenn ein Afrikaner ein führende Position in seinem Heimatland einnimmt und in Deutschland vorher studiert hat. Die Frage ist doch nur, ob dieser alte Sinn noch sinnvoll ist… In Deutschland gibt es Massenauswanderung, besonders bei den Hochqualifizierten. Die Einwanderer sind meist unqualifizierte Kräfte. Da werden hier kostenintensiv die Führungselite von morgen aufgebaut und man lässt sie einfach so gehen? Nur damit dann irgendwelche Leute in Afrika klatschen, weil der neue Agrarminister in Heidelberg oder so studiert hat…. Davon hat Deutschland nicht viel, und Deutschland muss auch nicht mehr für Image lobbieren. Auf der anderen Seite hört man, dass Deutschland so viele Hochqualifizierte fehlen, besonders Ingenieure, etc. Verstehen Sie mich nicht falsch Herr Keldermann, aber ich misse die Logik…
    Wenn man die Leute umwerben würde, dass sie im Land bleiben, dann würde man
    1. junge Leute, die noch sehr, sehr lange in die Sozialkassen der BRD einzahlen behalten.
    2. intelligente und intellektuelle Leute, die sich offiziell leichter integrieren lassen.
    3. hochqualifizierte Leute, die den Wirtschaftsstandort Deutschland sichern und weiter ausbauen könnten.
    4. Leute, die Kompetenzen mitbringen (Fremdsprachen, etc.) die der BRD auch von Vorteil sein könnten in einer globalen Welt.

    Ich könnte noch den einen oder anderen Punkt mit aufnehmen, aber ich finde, dass hier ein „strategischer“ Fehler begangen wird. Ich habe lieber einen studierten Chinesen oder Afrikaner hier, anstatt eines unqualifizierten Einwanderers – und ohne Einwanderung wird es nicht gehen, denn die Bevölkerungszahl ist am sinken und die Hochqualifizierten gehen weg (wegen besserer Bedingungen). Man könnte natürlich auch was an den Bedingungen ändern (damit Hochqualifizierte hier bleiben), aber da scheint sich die Politik auch nicht allzu weit zu bewegen, genau so wie bei der Integrationsfrage.



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