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Projekt MOQA

Partizipation durch Elternbildung

In Deutschland leben rund 2.8 Millionen Menschen mit türkischem Migrationshintergrund (MH). Gegenwärtig besuchen mehr als 400.000 Schüler/innen mit türkischem Pass die allgemeinbildende Schule. Acht Prozent aller Jugendlichen in Deutschland verlassen die Schule ohne Abschluss.

Unter Jugendlichen türkischer Herkunft liegt die Quote mehr als doppelt so hoch. Jeder Fünfte bricht die Schule ohne Abschluss ab: Dabei verschlechtert sich die Ausbildungssituation dieser Jugendlichen weiter: 40 Prozent machen keine Berufsausbildung.

Im März 2009 hat die Türkische Gemeinde in Deutschland ein neues Projekt gestartet. Das Projekt wird an drei Standorten in Deutschland (Berlin, Wuppertal, Stuttgart) gemeinsam mit den Landesverbänden vor Ort und in Kooperation mit der Föderation Türkischer Elternvereine in Deutschland, dem Bundesverband Türkischer Studierendenvereine, dem Bund der Türkischen Lehrervereine in Deutschland sowie den regionalen bildungspolitischen Akteuren durchgeführt.

Kenan Kolat, Vorsitzender der Türkischen Gemeinde in Deutschland (TGD), erklärt: „Die Erziehungs-, Bildungs- und außerschulischen Probleme Kinder und Jugendlicher mit Migrationshintergrund gehören immer noch zu den vordringlichsten gesamtgesellschaftlichen Aufgaben in Deutschland.“

Hauptziel des MOQA Projektes ist es Eltern zu aktivieren, zu motivieren und zu qualifizieren, damit sie für die Bildung ihrer Kinder aktiv werden und sich kompetent für den Bildungserfolg ihrer Kinder einsetzen. „Für eine gleichberechtigte Partizipation müssen nicht nur die Bildungseinrichtungen interkulturell geöffnet werden sondern gleichzeitig die Erziehungsverantwortung der Eltern gefordert und unterstützt werden“ erklärt Frau Berrin Alpbek, Vorsitzende der Föderation Türkischer Elternvereine in Deutschland.

In Workshops und Wochenendseminaren werden türkischstämmige Eltern über das deutsche Schulsystem sowie ihre Mitwirkungsmöglichkeiten, Rechte und Pflichten aufgeklärt. Ferner werden sie in die Lage versetzt als „Bildungsbotschafter/innen der TGD“ andere Eltern in ihrer Region zu unterstützen. „Wir möchten einen Beitrag zur Verbesserung der Berufs- und Bildungschancen der nächsten Generationen leisten“, so Kenan Kolat.