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Integrations-Indikatorenbericht

Grüne werfen Böhmer Stümperei vor

Die Bundestagsfraktion der Bündnis 90/Die Grünen wirft Staatsministerin Maria Böhmer anlässlich des am vergangenen Freitag veröffentlichten „Integrations-Indikatorenberichts“ Stümperei vor.

„Einen seriösen und verantwortungsbewussten Umgang mit Statistiken kann oder will die Integrationsbeauftragte der Bundsregierung, Frau Prof. Maria Böhmer, einfach nicht lernen. Erlebt hatten wir das schon einmal als sie Anfang letzten Jahres Roland Koch in seinem ausländerfeindlichen Wahlkampf mit kruden Theorien über das angebliche Ausmaß der Ausländerkriminalität beisprang.“, so die Grünen.

Bei der Vorlage ihres Berichts über sogenannte Integrationsindikatoren, also Anzeichen für gelungene Integration, rühre Frau Böhmer erneut Zahlen wild durcheinander. Im Ergebnis schreibe damit ausgerechnet die Integrationsbeauftragte Negativ-Klischees über „integrationsunwillige Ausländer“ fort.

Die Grünen weiter: „Artikel wie „Die Wahrheit über Ausländer-Kriminalität“ (BILD) oder „Bittere Wahrheiten: Viele Migranten verachten unsere Gesellschaft“ (Welt) sind das direkte Ergebnis ihrer verantwortungslosen Informations- und Öffentlichkeitsarbeit.“

Dabei würden viele der von Frau Böhmer präsentierten – aber nicht neuen – Zahlen, durchaus Anlass zur Sorge geben. So liegt etwa die Arbeitslosenquote, das sogenannte Armutsrisiko und die Zahl der SchulabgängerInnen ohne Abschluss bei MigrantInnen jeweils doppelt so hoch, wie bei Deutschen. Gleichzeitig würden mehr als doppelt so viele deutsche Jugendliche eine Ausbildung absolvieren, wie ihre ausländischen Altergenossen.

Ruud Koopmans – ein ausgewiesener Migrationsexperte und Leiter dieses Integrationsindikatoren-Berichts – habe allerdings klargestellt: „Bei Migranten mangelt es nicht am Integrationswillen und am Willen Arbeit zu suchen. Es mangelt daran, Arbeit zu finden.“ (Berliner Zeitung, 11. Juni 2009)