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Wolfgang Schäuble, Rede zur Amtseinführung des Beuauftragten für Auslandsdeutsche, Februar 2006

Europawahlen

SPD stürzt ab, die Union atmet auf, Grüne und FDP feiern

Der Wahlsonntag hatte einige Überraschungen parat. Nicht überrascht hat die Wahlbeteiligung – mit 43,3 Prozent war sie gewohnt europawahlniedrig. Mit 30,7 Prozent verbuchte die CDU zwar die meisten Stimmen, musste jedoch einen Rückgang um fast 6 Prozent zur vorhergehenden Wahl hinnehmen.

Der Wahlsonntag hatte einige Überraschungen parat. Nicht überrascht hat die Wahlbeteiligung – mit 43,3 Prozent war sie gewohnt europawahlniedrig. Mit 30,7 Prozent verbuchte die CDU zwar die meisten Stimmen, musste jedoch einen Rückgang um fast 6 Prozent zur vorhergehenden Wahl hinnehmen. An zweiter Stelle folgt die SPD mit 20,8 Prozent der Stimmen und einem Rückgang von 0,7 Prozent. Als drittstärkste Partei ziehen die Grünen mit 12,1 Prozent in das Europa-Parlament. Die größte Steigerung konnte mit 4,9 Prozent auf 11 Prozent die FDP verzeichnen. Die Linke wird mit 7,5 Prozent, die CSU mit 7,2 Prozent ins Parlament einziehen.

Der Sonntag gehörte jedoch nicht nur den Europawahlen. In Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen und im Saarland waren die Wähler auch zur Abstimmung über die Zusammensetzung von Stadt- und Kreisräten und über die Personalie der Bürgermeister aufgerufen.

Baden-Württemberg
Mit ihrem Erfolg in den meisten der sieben Bundesländer dürften die Grünen nicht gerechnet haben. Mehr als acht Prozent gewinnen die Grünen in Baden-Württemberg hinzu. In Stuttgart kann sich die CDU (26,9 %) nur mit einem hauchdünnen Vorsprung vor den Grünen (25,4 %) behaupten. Damit verweisen die Grünen die SPD (17,4 %) auf den dritten Platz. Erfolg konnte die SPD jedoch in Mannheim verbuchen. Dort eroberte sie sich mit 32,4 Prozent ihre vormalige Hochburg zurück. Die CDU fiel um 8,4 Prozent auf 31,5 Prozent. Dagegen legten die Grünen in der Stadt auf 14,1 Prozent zu.

Rheinland-Pfalz
Beachtliche Zuwächse erreichten die Grünen auch in Rheinland-Pfalz. Mit 22 Prozent zog sie in Mainz fast gleichauf mit der SPD, die nur 23,5 Prozent erreichte. Die Landeshauptstadt ging mit 32,5 Prozent an die CDU, trotz ihrer Verluste von 5,5 Prozent. In Ludwigshafen wurde die amtierende Oberbürgermeisterin Dr. Eva Lohse mit 52,5 Prozent im Amt bestätigt.

Mecklenburg-Vorpommern
Nach dem vorläufigen Endergebnis erhielten die Christdemokraten landesweit 31,8 Prozent, das sind 7 Prozentpunkte weniger als 2004. Die Linke steigerte ihr Ergebnis auf 21,6 Prozent. Die SPD als drittstärkste Partei verbesserte sich mit 19,3 Prozent nur minimal. Die FDP kam auf 8,7 Prozent. Auch die Grünen legten zu und erhielten 5,0 Prozent. In Rostock und Schwerin löste die Linke die CDU als stärkste Fraktion ab.

Saarland
Um fast 10 Prozentpunkte fiel die CDU im Saarland zurück. Sie erreichte landesweit nur noch 37,9 Prozent der Stimmen. 2004 waren dies noch 47 Prozent gewesen. Die SPD fiel auf 32,9 Prozent, während die Linke 12,4 Prozent erreichte. In Saarbrücken lieferten sich CDU (27,5 %) und SPD (28,5 %) ein enges Kopf an Kopf-Rennen.

Sachsen und Sachsen-Anhalt
Während in Sachsen noch kaum Ergebnisse feststehen, konnte die Linke in Sachsen-Anhalt Erfolge verzeichnen. So wird sie im Magdeburger Stadtrat die stärkste Fraktion stellen, in Halle liegt sie knapp hinter der führenden CDU.

Thüringen
In Thüringen kann sich die CDU trotz Verlusten behaupten. Sie führt nach letztem Stand mit 35 Prozent vor den Linken (20,8 %) und der SPD (16,6 %).

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2 Kommentare
Diskutieren Sie mit!»

  1. Umut sagt:

    Bedanke mich bei allen, die kein CDU oder SPD gewählt haben. Wir müssen den kleineren Parteien jetzt die Chance geben, Deutschland zu regieren. Vor allem den Grünen und den Linken !

  2. Erkan sagt:

    Also ich bin zwar CDU Mitglied, finde jedoch, dass für uns nicht der Parteiname eine große Rolle spielt, sondern was wir in dieser Partei erreichen. Jeder einzelne von uns hat die Aufgabe diesen Menschen zu zeigen, dass wir nicht so schlecht sind, wie diese eben immer denken. Wir müssen das Bild in den Köpfen umschwenken auf ein eher positives.
    Wir haben keine andere Wahl, als für unsere Rechte zu kämpfen und ich denke das können wir gut!
    Sonst wären wir auch alle nicht dort, wo wir jetzt sind oder?
    Herkese selamlar!



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