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Runder Tisch zum Islamunterricht ohne die Islamische Religionsgemeinschaft?

Ramazan Kuruyüz, dem die Worte gehören, sieht der Kritik gelassen entgegen: „Kritik an Israel und einem Krieg muss erlaubt sein.“ Außerdem die IRH mehrere Projekte – die Einführung des muslimischen Religionsunterrichts sei nur eines davon.

Unterstützung bekommt die IRH von der Grünen-Landtagsfraktion:“Wir teilen wirklich nicht alle Auffassungen und Aussagen der IRH, aber die gesellschaftlichen Gruppen, die sie durchaus repräsentiert, dürfen nicht einfach von einem Dialog über islamischen Religionsunterricht ausgeschlossen werden“, so die integrationspolitische Sprecherin der Grünen, Mürvet Öztürk. Integrationsminister Hahn (FDP) hatte erklärt, die IRH nicht einladen zu wollen.

Die Grünen verweisen darauf, dass mit der Einladung an den Runden Tisch keine Vorentscheidung darüber getroffen wird, wer Ansprechpartner für den Religionsunterricht sein werde. „Die IRH vertritt aber unterschiedliche Gruppen von Menschen islamischen Glaubens, die in Hessen leben. Sie wurde vor zehn Jahren explizit zu diesem Zweck, sich für die Einführung eines islamischen Religionsunterrichts einzusetzen, gegründet. Sie jetzt an dem Prozess nicht zu beteiligen, bedeutet, dass wieder Menschen ausgeschlossen werden. Dies ist kein guter Auftakt für einen Neuanfang in der Integrationspolitik. Eine Integrationspolitik, die diesen Namen verdient, bemüht sich ja gerade darum, möglichst Vertreterinnen und Vertreter aller Gruppen einzubeziehen. Dies bedeutet nicht, dass man die Haltung dieser Gruppen teilt. Um den Integrationsprozess voran zu bringen, müssen auch einmal andere Meinungen ausgehalten werden. Dazu scheint die Landesregierung aber auch mit dem neuen Partner FDP nicht in der Lage zu sein“, bedauert Mürvet Öztürk.