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Migration und Integration in Deutschland

Es wird selbstverständlich sein, dass jemand Mehmet heißt und nicht Hans – wir halten das aus.

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU), Deutsche Presse-Agentur (18.01.2013)

Aktion zusammenwachsen

Regionale Servicestelle in Düsseldorf

Die „Aktion zusammen wachsen“, die Kinder und Jugendliche aus Zuwandererfamilien durch Bildungspatenschaften fördert, hat eine neue Servicestelle im Regierungsbezirk Düsseldorf gegründet. Ziel dieses regionalen Kompetenzzentrums ist es, die vielfältigen Aktivitäten vor Ort zu stärken und neue Projekte anzustoßen.

Für den Austausch sollen entsprechende Strukturen aufgebaut und themenorientierte Beratungsangebote für alle Interessierten geschaffen werden. Die Stiftung Mercator fördert die Arbeit der Servicestelle mit 150.000 Euro. Getragen wird die Servicestelle von der Hauptstelle der Regionalen Arbeitsstellen zur Förderung von Kindern und Jugendlichen aus Zuwandererfamilien.

Die amtlichen Statistiken für Nordrhein-Westfalen belegen, dass Migrantenkinder nach wie vor nicht den gleichen Zugang zu höherwertigen Schulabschlüssen haben. Darüber hinaus gelingt oftmals nicht der Übergang in das Berufsleben. Zur Verbesserung der Bildungschancen und für eine gleichberechtigte Teilhabe von jungen Migrantinnen und Migranten am Arbeitsmarkt sind zusätzliche Maßnahmen notwendig. „Kinder und Jugendliche aus Zuwandererfamilien brauchen häufig Unterstützung, auch außerhalb von Schule und Familie. Bildungspatinnen und -paten stehen diesen Jugendlichen mit großem ehrenamtlichem Einsatz zur Seite und nutzen ihre persönlichen Netzwerke, um ihnen einen besseren Start in die berufliche Zukunft zu ermöglichen. Bürgerinnen und Bürger, die eine Patenschaft übernehmen und sich in ihrer Freizeit engagieren, leisten einen wertvollen Beitrag für die Gesellschaft“, betont Staatsministerin Maria Böhmer, Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration.

Auch Thomas Kufen, Integrationsbeauftragter der Landesregierung von Nordrhein-Westfalen, begrüßt die regionalen Aktivitäten der Servicestelle: „Ein Faktor, der zum Erfolg von Patenschaftsprojekten beiträgt, ist die Vernetzung vor Ort. Die regionale Servicestelle ist ein weiterer wichtiger Schritt, um Bildungsprojekte für Kinder und Jugendlichen mit Zuwanderungsgeschichte gezielt zu unterstützen. Unsere Demokratie lebt davon, dass sich Bürgerinnen und Bürger verantwortlich fühlen und einbringen. Ich wünsche mir, dass durch die neue Vernetzungsmöglichkeit noch mehr Ehrenamtliche andere mit ihrem Engagement ‚anstecken’. Die Kinder und Jugendlichen mit Zuwanderungsgeschichte brauchen diese Unterstützung.“

Diese ehrenamtliche Unterstützung baut häufig auf persönlichen Beziehungen auf, vermittelt den Kindern und Jugendlichen aus Zuwandererfamilien Kontakte und Netzwerke und erleichtert so den Zugang zu Bildung und Ausbildung. Dies ist ein wichtiger Grund für die Stiftung Mercator, die Aktivitäten der regionalen Servicestelle zu fördern: „Bildungspatenschaften ermöglichen die individuelle Unterstützung und Begleitung von Kindern und Jugendlichen und verhelfen ihnen damit zu besseren Zukunftschancen. Sie leisten dadurch einen wesentlichen Beitrag zur Integration der jungen Migranten; eine Aufgabe, die sich auch die Stiftung Mercator zum Ziel gesetzt hat“, erläutert Dr. Bernhard Lorentz, Vorsitzender der Geschäftsführung der Stiftung Mercator.

Im Regierungsbezirk Düsseldorf gibt es eine Vielzahl von Patenschaftsprojekten, an denen auch Migrantenorganisationen beteiligt sind. Christiane Bainski, Leiterin der Hauptstelle NRW, erklärt: „Nach den Ergebnissen der Auftaktveranstaltung zur „Aktion zusammen wachsen“ und Gesprächen mit Verantwortlichen in der Region besteht ein hoher Bedarf an Austausch und Vernetzung der bestehenden Projekte. Wir werden den Aufbau entsprechender Strukturen unterstützen, Informationen bereitstellen und potenzielle Paten auf geeignete Projekte hinweisen.“ Darüber hinaus werden die Initiierung und der Ausbau neuer Projekte begleitet. „Der Fokus liegt dabei auf der Phase der frühen Kindheit bis zum Ende des Grundschulalters und dem Übergang von der Schule in den Beruf.“

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