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Migration und Integration in Deutschland

Die Umstellung darauf, dass jetzt die Ausländer die Überlegenen sind, da sie wenigstens einen Arbeitsplatz besitzen, ist für viele nicht nachvollziehbar.

Friedrich Landwehrmann, Strukturfragen der Ausländerbeschäftigung, 1969

Einbürgerung

Paradoxie der Bundesregierung ist beschämend

Prof. Dr. Hakki Keskin, Bundestagsabgeordneter der Linksfraktion, kritisiert Angela Merkels Einbürgerungszeremonie im Bundeskanzleramt und bezeichnet die „Einbürgerungsparadoxie“ der Bundesregierung als beschämend.

Die Aussage Angela Merkels „Wir möchten sehr wohl, dass mehr Menschen diesen Schritt der Einbürgerung gehen“ sei vor dem Hintergrund der seit Jahren chronisch sinkenden Einbürgerungszahlen mehr als paradox. Es grenze schon an Zynismus, wenn Merkel den Eindruck erwecke, als wären die Migrantinnen und Migranten zunehmend einbürgerungsunwilliger geworden. Das Gegenteil sei richtig: das Interesse, deutsche Staatsbürgerin oder deutscher Staatsbürger zu werden, sei ungebremst.

„Allerdings haben nicht zuletzt CDU/CSU in der Vergangenheit tatkräftig dafür gesorgt, dass die Einbürgerungskriterien massiv verschärft wurden, so dass weniger Menschen die deutsche Staatsbürgerschaft erwerben konnten. Hierzu gehören zum Teil inhaltlich höchst fragwürdige Einbürgerungstests, eine ethno-kulturelle Diskriminierung von nachziehenden Ehegatten bei Eingewanderten aus muslimischen Herkunftsländern, die vor ihrer Einreise Deutschkenntnisse nachweisen müssen sowie das Verbot von mehrfachen Staatsbürgerschaften. Dadurch ist schon jetzt abzusehen, dass die Einbürgerungszahlen in Kürze auf unter 100.000 pro Jahr fallen werden.“, so Keskin.

Die Bundesrepublik brauche endlich ein modernes Staatsangehörigkeitsrecht ohne Mehrstaatigkeitsverbot, wie dies innerhalb der EU gang und gäbe sei. Das deutsche Optionsmodell, bei dem sich die Einbürgerungswilligen zwingend für eine Staatsbürgerschaft entscheiden müsse, löse bei einem Großteil der Betroffenen massive Identitätskonflikte aus.

Keskin weiter: „Wenn also Bundeskanzlerin Merkel die Einbürgerung tatsächlich fördern will, bräuchte sie nur die verschärften Kriterien zurückzunehmen und mehrere Staatsangehörigkeiten zuzulassen. Dann würden die Einbürgerungszahlen zweifellos wieder deutlich steigen.“

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3 Kommentare
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  1. Katharsis sagt:

    Da gebe ich dem guten Mann voll und ganz recht. Der noble Gedanke hinter den Spracherfordernissen für nachziehende Ehegatten – nämlich Zwangsheiraten unterbinden und Integration von vornherein erleichtern – ist zwar lobenswert, aber effizient ist diese Strategie m.E. kaum. Die Bräute, die wirklich gegen ihren Willen importiert und eingesperrt werden, denen werden auch Sprachkenntnisse nicht helfen. Und für die, die einfach nur ihre Familie zusammen führen wollen, ist es eine unnötige Schikane… es sollte besser der Spracherwerb IN Deutschland gefördert werden.

    Das Optionsmodell ist chauvinistischer Schwachsinn, v.a. angesichts der Tatsache, dass EU-Bürger zwei Pässe führen dürfen,

  2. Johanna sagt:

    Prof. Keskin ist bei den Linken. Die Linkspartei polemisiert wie üblich, um Mitglieder zu gewinnen. Mit ihren Kommunisten in der Partei können sie keine wirklich guten Leute halten geschweige denn „hinter dem Ofen hervorlocken“.

  3. Ich hatte ja ganz vergessen, dass Prof. Keskin seit anfang der Legislaturperiode im Bundestag sitzt. Man bekommt ihn ja sonst nie zu hören – ach ja, bald ist ja wieder Bundestagswahl 🙂



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