MiGAZIN

Migration und Integration in Deutschland

Danke, dass Sie gekommen sind, sich mit Ihrem Fleiß und Ihrer Kraft für unser Land eingesetzt haben, und danke, dass Sie geblieben sind.

Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister, Anlässlich „50 Jahre deutsch-türkisches Anwerbeabkommen“, 28.03.11, Hannover

Sevim Dagdelen

„Solche Plattitüden kann sich Maria Böhmer sparen“

Sevim Dagdelen, migrationspolitische Sprecherin der Linksfraktion, hält Maria Böhmer Aufruf, die Verwaltung solle Einbürgerung verstärkt als Chance verstehen für „perfide“ und fordert die Bundesregierung auf, endlich zu handeln.

„Öffentliche Verwaltungen, die die Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger unabhängig von deren Herkunft berücksichtigen, sollten eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein.“ erklärte Maria Böhmer, Integrationsbeauftragten der Bundesregierung zum Abschluss der Bundeskonferenz der Integrations- und Ausländerbeauftragten in Duisburg.

„Solche Plattitüden kann sich Maria Böhmer sparen. Entscheidend ist, dass die Bundesregierung endlich handelt“, kommentierte Sevim Dagdelen, migrationspolitische Sprecherin der Linksfraktion im Bundestag, die Forderung der Integrationsbeauftragten der Bundesregierung, Maria Böhmer.

Besonders „perfide“ sei Böhmers Aufforderung, die Verwaltung solle Einbürgerungen verstärkt als Chance verstehen. Bisher habe die Bundesregierung alles dafür getan, Einbürgerungen mit großem Erfolg zu verhindern. Allein durch die Verschärfung des Einbürgerungsrechts werde die Zahl der Einbürgerungen um 15 bis 18 Prozent zurückgehen.

„Statt sich öffentlich selbst zu beweihräuchern und Einbürgerungen mit kostspieligen Werbekampagnen zu propagieren, sollte die Bundesregierung lieber handeln und sie deutlich erleichtern. Auch die Hürden für die Einstellung von Menschen mit Migrationshintergrund müssen beseitigt werden. Schöne Worte reichen da nicht. Bund und Länder müssen endlich ihren Personalsparwahn im Öffentlich Dienst beenden. Anders ist in der öffentlichen Verwaltung kein für die Gesamtbevölkerung repräsentativer Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund zu erreichen.“, so Dagdelen.

Außerdem müssten Angebote und Maßnahmen der Verwaltung so geplant werden, dass sie Menschen mit Migrationshintergrund erreichen. Neben dem Abbau bürokratischer Hürden bräuchte man eine Reform des Beamtenrechts. Dagdelen weiter: „Wir brauchen Orientierungshilfen und übersichtlicher Kundenleitsysteme, mehrsprachiges Informationsmaterial sowie eine gezielte Fortbildung des Personals.“

Testen Sie den kostenlosen MiGAZIN Newsletter:

8 Kommentare
Diskutieren Sie mit!»

  1. Krause sagt:

    “Wir brauchen Orientierungshilfen und übersichtlicher Kundenleitsysteme, mehrsprachiges Informationsmaterial sowie eine gezielte Fortbildung des Personals.”

    So ein Quatsch. Migranten sollen sich Deutschland anpassen und nicht umgekehrt. D.h. Deutsch lernen, sich mit den Gegebenheiten vertraut machen und unsere sozialen Verhaltensstandards erlernen – und nicht umgekehrt. Wer dazu nicht bereit ist, kommt halt schwerer an staatliche Leistungen. Fördern und Fordern!

  2. Klaus-Dieter Boden sagt:

    Jau,Krause, solche guten Deutsche wie Dich braucht das Land ! Jede Individualität, gerade wenn sie ausländischer Natur ist, im Keim ersticken, und dann mit dem ARGE-Argument vom Fordern und Fördern kommen, das hat schon was ! Ich bin froh, daß ich Leute wie Dich nicht persönlich kennen muß !

  3. Krause sagt:

    Ach, Boden. Warum wird die Individiualität gefördert, wenn amtliche Formulare, insbesondere Hartz4 Formularein den Sprachen aller möglichen Länder sind? Jeder in diesem Lande kann seine Individualität entfalten wie er möchte und muß dabei nicht vom Staat unterstützt werden. Wir haben ein Problem, dass wir zuviele Migranten haben, die die deutsche Sprache nicht ausreichend beherrschen – und das sollte sich ändern, da diese Migranten sonst keine Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben. Ist das so schwer?

  4. Der Weise sagt:

    @Krause

    Mit Verlaub Herr […] Krause!

    […]

    Es ist wohl eine Tatsache, dass die Zahl der hochqualifizierten Minderheiten, sei es durch Hochschulabschluss oder einer guten Ausbildung gleichgültig ob türkisch oder nicht, deutlich zunimt!

    Schauen Sie sich doch die Hochschulen in den Ballungsgebieten an!
    Die Zahl der sogenannten IMMIGRANTEN hat deutlich zugenommen!

    GENAU diese Entwicklung will man ja verhindern!

    Diese Tatsache will mal ERSTENS nicht wahrhaben, indem man nun gezielt dagegen steuert, vor allen Dingen durch die Propaganda der blöckflöten-Massenmdien, nach dem Motto: “Der böse Ausländer und Türke”, um die gegenwärtige Situation für die Minderheiten zu erschweren, die gezielte Benachteiligung aller Minderheiten weiterhin zu intensivieren, um letztlich die Sündenbockfigur des sogenannten “Migranten” aufrechtzuerhalten!

    […]

    Übrigens korrekt müsste es IMMIGRANT/IN heissen, denn das Wort Migrant/in ist inzwischen zum Schimpfwort mutiert, da das Wort mit einer negativer Konnotation determiniert!

    Aber es ist nun an der Zeit sich dagegen aufzulehnen und diesen Umstand den KAMPF anzusagen!
    Wie lange soll man sich diese Situation gefallen lassen!
    Ich appeliere an ALLE MINDERHEITEN in diesem Land!

    Gezeichnet: * Ihr sogenannter eingebürgerter Ausländer und Hochschulabsolvent (Akademiker) der besser Deutsch spricht als Sie….;-) *

  5. Kadir sagt:

    @ der Weise

    Schon wieder Hetze seitens der Presse! Die Mopo schreibt, dass 50% der Türken in D arbeitslos wären:

    http://www.morgenpost.de/wirtschaft/article872393/Viele_arbeitslose_Deutschtuerken_arbeiten_schwarz.html

    Da wir ja in Deutschland benachteiligt werden, wäre es nicht Zeit wieder in die Türkei zurück zu gehen?
    Zumindest für diejenigen, welchen Deutschland einen Arbeitsplatz vorenthält, und die nur mit Hartz 4 abgespeist werden.

  6. Umut sagt:

    Wir Migranten sind froh, dass noch ein paar unserer deutschen Freunde auf unserer Seite sind und an uns denken.
    Danke Herr Boden. Nur so fühlen wir uns wohl in Deutschland,wenn wir merken,dass wir nicht ausgegrenzt werden.Für mich zählt in erster Linie der Mensch, nicht, ob er ein Deutscher oder ein Migrant ist !

  7. Der Weise sagt:

    @Kadir

    Wer immer Sie auch sein Mögen!
    Agent Provocateur oder irgendein NWO-Agent…
    Ich denke, dass Sie mich nur provozieren möchten!

    Wohl nicht auf das Datum geachtet…;-)

    Ätsch!
    Mittwoch, 3. September 2008

  8. Teleprompter sagt:

    @der Weise

    Nein, die korrekte Bezeichnung lautet Einwanderer.

    Im Deutschen sind eigentlich die meisten Bezeichnungen auf -ant negativ besetzt: Querulant, Denunziant, Asylant., und selbst der Sympathisant. Immigrant würde also nichts helfen



Bitte beachten Sie unsere Netiquette. Vielen Dank!

Ihr Kommentar dazu:

MiGAZIN

Ziel und Zweck von MiGAZIN ist die Förderung der politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Partizipation von Migrant(inn)en in der Aufnahmegesellschaft. In diesem Sinne soll MiGAZIN die Kommunikation fördern und füreinander sensibilisieren. Mehr über uns...

MiGMACHEN

Die Redaktionsmitglieder von MiGAZIN haben vor allem eins gelernt: Wer über sein Wissen und seine Erfahrungen schreibt, lernt immens dazu. Die kritische Diskussion mit Lesern eröffnet neue Horizonte. Daher hat das MiGAZIN-Team die Aktion-MiGMACHEN ins Leben gerufen. Hier bieten wir allen Interessierten die Möglichkeit, MiGAZIN als Autor, Pate oder Jungautor mitzugestalten. Nähere Informationen...

GRIMME Online Award 2012

    Begründung der Jury: "Über Migranten und Migration wird in Deutschland viel gesprochen. Vor allem von Deutschen. Im Chor der vielen und oft sehr lauten Stimmen fehlen aber zumeist die der Migranten. Und genau diese Lücke füllt das MiGAZIN mit qualitativ hochwertigen Texten und verständlicher Berichterstattung." Weiter ...