Die Zerteilung der Arbeit in kurze und ständig zu wiederholende, gleichförmige Handgriffe ermöglicht es, Arbeiter ohne Qualifikation und ohne Kenntnis der deutschen Sprache einzusetzen; die Art der Arbeit erfordert es vielleicht sogar. Hans-Günter Kleff Vom Bauern zum Industriearbeiter, 1985

Sinus Sociovision

Migranten-Milieu-Studie widerlegt zahlreiche Vorurteile

Redaktion | 26. März 2009 | Gesellschaft, Leitartikel, Studien Drucken | Weiterempfehlen |

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„Die meisten in Deutschland lebenden Menschen mit Migrationshintergrund haben eine hohe Leistungsbereitschaft und streben nach Erfolg.“ Das macht Caritas-Präsident Peter Neher heute in Berlin aus Anlass der Präsentation der Sinus-Migranten-Milieu-Studie des Heidelberger Instituts Sinus Sociovision deutlich.

Foto: www.caritas.de

Foto: www.caritas.de

Die Studie räume mit einigen Vorurteilen auf, die in Deutschland nach wie vor das Bild von Migranten bestimmten. So gehöre die Mehrheit beispielsweise einer christlichen Konfession an (56 Prozent), 22 Prozent bekennen sich zum Islam. Auffallend sei die große Bereitschaft, sich in die deutsche Gesellschaft zu integrieren. Dazu gehöre auch, die deutsche Sprache zu beherrschen. So bestätigten 85 Prozent der Befragten, ohne die Sprache könne man in Deutschland keinen Erfolg haben. 68 Prozent schätzten die eigenen Sprachkenntnisse als sehr gut bis gut ein.

„Die Studie belegt eine Vielfalt an Lebenslagen und Einstellungen, die jedoch in der öffentlichen Diskussion um Integration viel zu wenig wahrgenommen werden“, macht Neher deutlich. Es zeige sich, dass die Frage des Bildungserfolges keine vorrangige Frage des Migrationshintergrundes sei. „Dies ist eine Frage der sozialen Herkunft, die für Deutsche ohne Migrationshintergrund ganz ähnlich gelte“, so Neher.

In einem spezifischen Teil der Studie hatte die Caritas Fragen zur Einbürgerung, der Organisation von Migranten in Vereinen, zum Heiratsverhalten und zur Bekanntheit und Nutzung sozialer Dienste in Auftrag gegeben. „Die Ergebnisse zeigen, dass der soziale Hintergrund und der Bildungsstand das Handeln und die Möglichkeiten der Menschen wesentlich stärker bestimmen als der ethnische Hintergrund“, so Neher. Die Studienergebnisse machten auch deutlich, dass eine differenzierte Strategie für eine einbürgerungsfreundliche Gesellschaft entwickelt werden müsse.

Die Studie wurde von einem Gremium aus Politik, Medien und Verbänden beauftragt. Ziel der Gesamtstudie war es, die Alltagswelt und Lebensstile der in Deutschland lebenden Menschen mit Migrationshintergrund zu untersuchen. Die Studie besteht aus einem Basisteil und den Exklusivteilen der einzelnen Auftraggeber.

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