MiGAZIN

Migration und Integration in Deutschland

Viele wollen sich aber nicht entscheiden. Da schlagen zwei Seelen in ihrer Brust. Lassen wir doch beide Herzen schlagen! Wir brauchen die jungen Leute.

Hamburgs Bürgermeister Ole von Beust (CDU) über die doppelte Staatsbürgerschaft, Neujahrsempfang am 17. Januar 2010

Falscher Eindruck?

Arslan kritisiert Integrationspolitik der Union

Der Vorsitzende des Deutsch-Türkischen Forums in der CDU, Bülent Arslan, hat den Umgang seiner Partei mit türkischstämmigen Zuwanderern scharf kritisiert. „Wir haben vor allem die Probleme bei der Integration von Türken thematisiert. Wir haben zu sehr den Eindruck erweckt, dass wir in Wahrheit Assimilation erwarten“, sagte Arslan dem Nachrichtenmagazin „Focus“. Dadurch sei bei vielen Türken der Eindruck entstanden, „dass wir sie nicht gern haben“, stellt Arslan fest. Dieses Image müsse behoben werden.

DATUM25. März 2009

KOMMENTARE3

RESSORTPolitik

SCHLAGWÖRTER , , , ,

DRUCKENAnsicht

MEHR ZUM ARTIKEL

DANKE,
ich möchte MiGAZIN auch in Zukunft lesen!

Angesichts von einem Migrantenanteil in Großstädten von über 40 Prozent derer, die heute jünger als zehn Jahre alt sind, ist auch die CDU angehalten die Interessen dieser Personengruppe in Zukunft ernst zu nehmen. Arslan fordert deshalb ein grundlegendes Umdenken, da die Union sonst Probleme in Großstädten bekommen werde, die 40-Prozent-Marke zu überschreiten. Man könne den Wunsch nach mehr Integration der Zuwanderer „wesentlich sympathischer rüber bringen“, als seine Partei das in der Vergangenheit meist getan habe.

Bülent Arslan forderte bereits Anfang letzten Jahres von der Bundeskanzlerin Angela Merkel eine klare Positionierung der CDU in Bezug auf Migranten. In einem Brief anlässlich der ausländerfeindlichen Wahlkampagne Roland Kochs in Hessen erklärte Arslan, dass die eigene Partei am “Scheideweg“ stehe. “Wir müssen uns festlegen: Wollen wir in Zukunft eine Partei sein, die nur die Deutschstämmigen anspricht oder binden wir die Wählergruppe der Menschen mit Migrationshintergrund bewusst mit ein?“, fragte der Arslan richtungsweisend. Roland Kochs “polarisierender Wahlkampf, der die Kriminalität ausländischer Jugendlicher in den Fokus gerückt hat“, habe “entscheidend zu den großen Stimmverlusten der CDU in Hessen beigetragen”. Viele Migranten teilten die konservativen Wertvorstellungen der CDU-Wähler. “Sie fühlen sich jedoch bewusst von der Partei vor den Kopf gestoßen und ausgegrenzt”.

Testen Sie den kostenlosen MiGAZIN Newsletter:

3 Kommentare
Diskutieren Sie mit!»

  1. Serdar sagt:

    CDU ist für die meisten Migranten mit dem neuen Zuwanderungsgesetz sowieso gestorben. Selbst Ehen werden getrennt,um weniger Ausländer ins Land zu lassen !!

  2. delice sagt:

    Das stimmt schon, was Du da sagst, Serdar, aber dieses Gesetz wurde damals, laut Herrn Schily (SPD Innenminister zu jener Zeit) mit Herrn Beckstein, damals Verhandlungsführer, der CDU geführten Bundesländer, in einem „großen Konsens“ verabschiedet, zusammen mit der Unterstützung und den Stimmen der „Bündnis 90/Die Grünen“ und der FDP!

    Heute allerdings, wollen sich viele nicht so recht daran erinnern! Keiner will´s denn auch gewesen sein! Es wurde zudem um weitere Drehungen noch mehr verschärft!

    Heute wirkt selbst Herr Beckstein sehr handzahm, dafür beißt jetzt sein Nachfolger, Herr Herman, umso tiefer in unsere Waden, und damit in unser Fleisch!

    Wir sollten also endlich Erwachsen werden, und seine Freunde besser aussuchen!

    Zur Erinnerung an diese Vorgeschichte um das „tolle Zuwanderungsrecht“, empfehle ich die Lektüre eines Artikels von Herbert Prantl, von der SZ:

    Zuwanderung der Sicherheitsparagraphen
    von Heribert Prantl

    http://www.blaetter.de/artikel.php?pr=1802

    Wenn sich Menschen aus der Türkei, selbst in der Fremde, dauernd ins Gehege kommen, was soll man schon von einem Anderen noch Gutes erwarten! Zunächst sollten wir also einmal alle gemeinsam versuchen mit uns selbst ins Reine zu kommen, und gemeinsam, um die Umsetzung einer verbesserten Integration ranmachen. Dazu gehört nun auch die Bildung und Weiterbildung in Deutschland. Und dazu gehört auch die Verbesserung unserer rechtlichen Stellung in der neuen Heimat, besser unserer zweiten gleichberechtigten Heimat!

    Es nützt also nicht viel und auch niemanden freiwillig immer nur den Zaungast zu spielen, in der leisen Hoffnung, dass es die Anderen es schon für mich richten werden. Ein jeder von uns muss sich für uns alle etwas ins Zeug legen, denn es dient letztendlich auch zu seinem Vorteil! Das muss überall und in jeder Lebenssituation so erkannt und auch realisiert werden. Es ist die Stunde der Solidarität mit den Brüdern und Schwestern, aus gleicher Herkunft!

    Wir müssen uns um unsere Kinder kümmern und ihnen ein Vorbild dafür sein! Manche junge Menschen sehen ihre Väter als Schwächlinge an, wie sie so demütig und so unnötig ehrfürchtig sich bei so manchen Deutschen ergeben zeigen, wo der andere es nicht einmal diese Huldigung verdient.

    Dieser Moment erfüllt sie nicht gerade mit Stolz. Für sie ist es sogar eine große Kränkung ihrer Würde! Es stimmt jedenfalls nicht mit dem überein, was die Väter ihren Söhnen vorher oft genug gesagt hatten, dass sie Stoltz zu sein hätten ein Türke zu sein, nur was ist dann das, was ihre Väter später abziehen! Die Jungen Menschen sind irritiert, was gilt nun, was zählt? Und hier entsteht der innere Konflikt, wie auch der äußere, der dann noch heftiger ausschlägt.

    An einen Hinweis, auf den gravierenden Unterschied zwischen dem Gesagten und dem anschließend Gemachten der Väter, traut sich auch kein Sohn. Und so wird es schärfer im inneren dieser noch jungen und idealistisch denkenden Menschen. Denn, was sie täglich aufs Neueste, ohnehin im Leben in Deutschland erfahren müssen, ist oft nur eine große Erniedrigung und Entwürdigung als Mensch, und jetzt erniedrigt sich absolut unnötig und absurd freiwillig genug der eigene Vater, auch noch dazu. Der eigene Vater, vor einem Deutschen, den der Junge selbst nicht einmal für Wert Erachten würde ihn mit einem Blicke zu würdigen!

    Das alles sind auch die Signale, die so manch einen jungen und idealistisch geprägten Menschen – auch zur Weißglut bringen können! Dieser Zwiespalt im Leben der Väter ist es auch, was bei ihnen erst recht ein Aufbegehren gegen alles mit verursacht!

    So entsteht jedenfalls kein gesundes Selbstbewusstsein – im Umgang mit anderen. Der Konflikt wird dann eben verbal mit der gewohnten und gekannten Gewalt an anderen ausgetragen. Es fehlt an so vielem, an Wärme und Zuneigung und an Sprache und an Wissen über sich und andere.

    Man tritt sich selbst, oft dann noch ungehaltener, innerhalb der Familie, bis hin zum Despoten-Dasein. Dieser Zwiespalt müsste, als erstes in der türkischen Gemeinschaft, getilgt werden. Es muss ein berechtigtes und gesundes Selbstbewusstsein entwickelt werden, ein gegenseitiger Respekt, auch mit den Deutschen. Dazu braucht man aber eine Erkenntnisstufe, die nur durch stetiges ansammeln von Wissen erreicht werden, über sich selbst und über seine eigene Umgebung. Daraus wird sicherlich sich auch ein gewisser Großmut und eine Demut entwickeln, aber nicht aus einer Sprach- und Hilflosigkeit heraus, sondern aus dem Wissen über sich selbst und dem Gegenüber! So kann man mach auch redegewandsein und fast jede Situationen leichter und besser verstehen, und damit vollumfänglich auffassen, all in seiner Vielschichtigkeit und in sich verwobenen Themen.

    Aber ich sehe bei zu vielen Familien, dass zu seiner unfreiwillig aufgebauten Aggression, dann schließlich die eigene Familie als Kompensation herhalten muss!

    Und genau dieses Syndrom vollführen unsere Leute auch immer noch in den Zeitungen, selbst die bei einer „Türkiye“, die gerne immer wieder in Kamingesprächen mit Herrn Beckstein führen und ihn dafür irgendwie auch noch ausloben, für all seine vielen gesetzlichen und unsäglichen Attentate auf uns, einem vermeintlichen Türkei-Freund. Gott behüte einem nur von derlei Freundschaft!

    So lange, werden wir wohl all das und noch durchleben müssen, und noch mehr erfahren müssen, so lange wir uns nicht entscheiden können; solange manche von uns dies alles nicht erkennen wollen! Dass derlei Demut und Unterwürfigkeit geradewegs nur das völlige Gegenteil bei den Deutschen, man damit nur hervorruft.

    Denn damit verliert man nicht nur seine eigene menschliche Würde, Stück um Stück. Man ruft sogar eine noch größere Abneigung gegenüber uns selbst damit hervor, und damit einhergehend auch eine noch geringere Wertschätzung seiner eigenen Person und Persönlichkeit, die schon mittlerweile sich in einem offenen und ungehaltenen Hass gegenüber alles Türkischem bei Deutschen ausartet!

    Wir erlebten es gestern mit Herrn Schily und Herrn Beckstein, und heute erleben wir es mit Herrn Herrmann, Herrn Körting und vor allem mit Herrn Schäuble u.v.a. noch mehr!

    Denn, was Herr Schäuble sich da immer wieder erlaubt, im Namen der ganzen Bundesregierung übrigens, ist nicht nur abgrundtief zu verurteilen, sondern widerspricht dem Gesetz, wenn er sich selbst damit über das Gesetz stellt! Ein Urteil des EuGH steht sogar über dem Grundgesetz! Und ein Herr Steinmaier tut absolut nichts dagegen! Warum auch, die Türken wählen ihn ja ohnehin – Oder?!

    Was aber sagt uns das alles?! Das wir einfach – mit Verlaub – wohl immer noch zu dumm sind, und trotzdem z.B. ein SPD als Erstes wählen wollen! Das aber wäre dann wahrlich nicht mehr nachvollziehbar!

  3. Serdar sagt:

    Ausser die Linkspartei führen die anderen Parteien eine anti-türkische, anti-Türkei , anti-Migranten Politik, deswegen sollten sich die Migranten in Deutschland genau überlegen,ob sie wieder die SPD oder die Grünen wählen sollten. Die SPD und die Grünen halten sich ziemlich zurück beim Ehegattennachzug,obwohl sie auch sehen,dass Ehen ungerecht getrennt gehalten werden für Monate,Jahre oder auch für immer !!



Bitte beachten Sie unsere Netiquette. Vielen Dank!

Ihr Kommentar dazu:

MiGAZIN

Ziel und Zweck von MiGAZIN ist die Förderung der politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Partizipation von Migrant(inn)en in der Aufnahmegesellschaft. In diesem Sinne soll MiGAZIN die Kommunikation fördern und füreinander sensibilisieren. Mehr über uns...

MiGMACHEN

Die Redaktionsmitglieder von MiGAZIN haben vor allem eins gelernt: Wer über sein Wissen und seine Erfahrungen schreibt, lernt immens dazu. Die kritische Diskussion mit Lesern eröffnet neue Horizonte. Daher hat das MiGAZIN-Team die Aktion-MiGMACHEN ins Leben gerufen. Hier bieten wir allen Interessierten die Möglichkeit, MiGAZIN als Autor, Pate oder Jungautor mitzugestalten. Nähere Informationen...

GRIMME Online Award 2012

    Begründung der Jury: "Über Migranten und Migration wird in Deutschland viel gesprochen. Vor allem von Deutschen. Im Chor der vielen und oft sehr lauten Stimmen fehlen aber zumeist die der Migranten. Und genau diese Lücke füllt das MiGAZIN mit qualitativ hochwertigen Texten und verständlicher Berichterstattung." Weiter ...