So, wie wir mit den Minderheiten umgehen, die bei uns leben, so erwarten wir auch, dass Titularnationen mit den deutschen Minderheiten umgehen. Angela Merkel Aussiedler- und Minderheitenpolitik in Deutschland, 2008

Human Rights Watch

Kopftuchverbote verletzen Menschenrechte

Redaktion | 27. Februar 2009 | Leitartikel, Recht, Studien Drucken | Weiterempfehlen |

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Der 73-seitige Bericht „Diskriminierung im Namen der Neutralität“ [pdf] stützt sich auf umfangreiche Recherchen über einen Zeitraum von acht Monaten. Er untersucht die Verbote aus dem Blickwinkel der Menschenrechte und beleuchtet ihre Auswirkungen auf das Leben muslimischer Lehrerinnen, einschließlich jenen die seit Jahren unterrichten. Aufgrund des Verbots wechselten einige Frauen den Beruf oder zogen ins Ausland, obwohl sie seit ihrer Geburt in Deutschland gelebt hatten.

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„Diese Gesetze richten sich eindeutig gegen das Kopftuch. Sie zwingen Kopftuch tragende Frauen, sich entweder für ihren Beruf oder für ihren Glauben zu entscheiden”, so Haleh Chahrokh, Researcherin für die Abteilung Europa und Zentralasien von Human Rights Watch. „Die Regelungen diskriminieren sowohl auf der Grundlage des Geschlechts als auch der Religion und verletzen die Menschenrechte dieser Frauen.”

Die Verbote in manchen Bundesländern wurden innerhalb der letzten fünf Jahre eingeführt, nachdem das Bundesverfassungsgericht im Jahr 2003 entschieden hatte, dass Restriktionen religiöser Kleidung nur zulässig sind, wenn sie auf einer hinreichend bestimmten gesetzlichen Grundlage erfolgen. Einige der Gesetze enthalten Ausnahmen für „christlich-abendländische” Kulturtraditionen, keines richtet sich ausdrücklich gegen das Kopftuch.

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Befürworter der Kopftuchverbote behaupten häufig, die Verbote schützten Frauen vor Unterdrückung und gäben ihnen mehr Freiheit. Alle von Human Rights Watch befragten Frauen erklärten jedoch, dass sie sich aus freiem Willen für das Kopftuch entschieden haben.

Human Rights Watch ruft die Landesregierungen auf, die Gesetze zum Verbot religiöser Kleidung und Symbole zu überprüfen und aufzuheben und ihre Gesetzgebung in volle Übereinstimmung mit internationalen Menschenrechtsstandards zu bringen. Die Länder sollten insbesondere dafür sorgen, dass ihre Bestimmungen nicht nach Geschlecht oder Religion diskriminieren und dass sie die Religionsfreiheit und die freie Meinungsäußerung achten.

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Autor: Redaktion

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2 Kommentare
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  1. [...] der muslimischen Frau, führe das Kopftuchverbot zu schweren sozialen Problemen, stellte etwa Human Rights Watch im Februar fest. Die Europakommission gab im Mai zu bedenken, dass es dadurch für [...]

  2. [...] als eine Diskriminierung von muslimischen Lehrerinnen und Verletzung ihrer Menschenrechte (wir berichteten). Die Menschenrechtsorganisation sprach sich dafür aus, das Kopftuchverbot aufzuheben und als [...]

 

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